Partnerschaften

Partnerschaft mit dem Kleingartenverein „Kirschbaum“ e.V. Chemnitz/Sachsen

Nach der überraschenden politischen Wende und der Öffnung der innerdeutschen Grenzen gab es auch bei uns Kleingärtnern nicht enden wollende Gespräche und Diskussionen. Der Wunsch, den Gartenfreunden „drüben“ näher zu kommen, wurde immer lauter. Schließlich wusste man, dass die „Schrebergarten-Bewegung“ ihren Ursprung in Sachsen hatte und dort seit Jahrzehnten sehr rege war.
Was lag näher als herauszufinden, wie man Kontakte mit unseren mitteldeutschen Gartenfreunden bekommen kann. Unser inzwischen verstorbenes Vereinsmitglied und Vorstandsmitglied im Landesverband der Gartenfreunde Baden-Württemberg, Hans Gailing, knüpfte auf Anregung der Vorstandschaft des KGV Ladenburg im Frühjahr 1992 erste Verbindungen in die neuen Bundesländer.

Am 11.11.1992 erhielten wir schließlich einen Brief des „Stadtverbandes Chemnitz der Kleingärtner e.V.“, in dem uns eine Partnerschaft mit dem KGV „Kirschbaum“ e.V. angeboten wurde. Wir freuen uns, dass der Vorstand des KGV „Kirschbaum“ e.V. Chemnitz sich aufgeschlossen und interessiert zu einem Kontakt mit Gartenfreunden aus Ladenburg geäußert hat. Wir wissen um die Zuverlässigkeit der Arbeit dieses Vorstands und begrüßen deshalb die Zusage. “ So lautete der entscheidende Abschnitt in diesem Brief.

Der Vorsitzende des KGV Ladenburg sandte am 7.12.1992 ein erstes Anschreiben an den Vorsitzenden des KGV „Kirschbaum“, Gartenfreund Manfred Dietrich, das prompt beantwortet wurde. Die erste Begegnung fand während des Gartenfestes 1993 in der Anlage „Heddesheimer Weg“ statt, als uns eine kleine Delegation aus Chemnitz besuchte. Unsere sächsischen Gartenfreunde luden uns postwendend zu dem bevorstehenden 70jährigen Gründungsjubiläum im November nach Chemnitz ein. Der Aufenthalt bei den „Kirschbäumlern“ wurde für die Ladenburger Delegation zum unvergesslichen Erlebnis und war lange Zeit herausragendes Thema in den Ladenburger Gärten. In der Zwischenzeit nahm auch die Öffentlichkeit Kenntnis von der partnerschaftlichen Verbindung zwischen sächsischen und kurpfälzer Kleingärtnern.

Im Frühjahr 1994 waren sich beide Partner einig, dass die freundschaftliche Verbindung im Rahmen einer offiziellen Partnerschaft öffentlich besiegelt werden müsste. Nach einiger Zeit der Vorbereitung wurde der Termin der Partnerschaftsbesiegelung auf Freitag, den 7. Oktober 1994, im Ladenburger Rathaus festgelegt. Der Domhofsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, als die beiden Vorsitzenden in Anwesenheit von Bürgermeister Reble und einigen Stadträten die Partnerschaftsurkunden austauschten. Der sich am folgenden Samstag anschließende Partnerschaftsball im Nestor Hotel bot allen Gartenfreunden Gelegenheit, das Ereignis gebührend zu feiern.

Die herzliche Verbindung zwischen den Vorstandschaften der beiden Vereine hat sich zwischenzeitlich auch auf die Mitglieder übertragen. Gegenseitige Besuche und kleingärtnerischer Gedankenaustausch und vor allem menschliche Kontakte sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Die Partnerschaft hat sich zu einem ringsum gelungenen Unternehmen entwickelt und wird auch in der Zukunft den kleingärtnerischen Gemeinschaftssinn in besonderer Weise fördern.

Quelle: Insbesondere die Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum des Kleingartenvereins Ladenburg eV.